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WordPress, Website-Baukasten oder anderes CMS: Was passt zu Ihrem Betrieb?

Die Öffnungszeiten ändern, eine neue Dienstleistung ergänzen oder eine Referenz veröffentlichen: Solche Aufgaben sollten auf Ihrer Website ohne grossen Aufwand möglich sein. Ob dafür WordPress, ein Website-Baukasten oder ein anderes System passt, hängt vor allem von Ihrem Betriebsalltag ab. Entscheidend sind die benötigten Funktionen, die verfügbare Zeit und die Frage, wer die technische Betreuung übernimmt.

Zuerst die Anforderungen, dann das System

Ein Content-Management-System, kurz CMS, ist eine Software zum Verwalten von Website-Inhalten. Damit bearbeiten Sie Texte, Bilder und Seiten, ohne für jede Änderung programmieren zu müssen. Auch ein Website-Baukasten enthält solche Funktionen. Er verbindet sie meist mit Gestaltungsvorlagen, Hosting und technischer Betreuung in einem Paket. Hosting bezeichnet den Betrieb Ihrer Website auf einem Server.

Bevor Sie Angebote vergleichen, halten Sie Ihre wichtigsten Anforderungen fest:

  • Zweck: Soll die Website informieren, Anfragen gewinnen, Termine vermitteln oder Produkte verkaufen?
  • Inhalte: Genügen wenige Leistungsseiten oder erscheinen regelmässig Beiträge und Referenzen?
  • Sprachen: Benötigen Sie Deutsch, Französisch, Italienisch oder weitere Sprachversionen?
  • Zuständigkeit: Wer pflegt Inhalte, und wer kümmert sich um technische Probleme?
  • Verbindungen: Muss die Website mit Buchhaltung, Terminverwaltung oder Kundendatenbank zusammenarbeiten?

Trennen Sie dabei zwischen unverzichtbaren Funktionen und möglichen späteren Ergänzungen. Eine konkret geplante Terminbuchung gehört in die Auswahl. Eine vage Idee für ein Kundenportal rechtfertigt noch keine aufwendige Plattform.

WordPress oder Baukasten: Die Betriebsform macht den Unterschied

Website-Baukasten: Ein Paket für überschaubare Anforderungen

Bei einem Baukasten wählen Sie eine Vorlage und bearbeiten die Website über eine grafische Oberfläche. Der Anbieter betreibt die technische Plattform und übernimmt deren Aktualisierung. Das erleichtert den Einstieg, besonders wenn im Betrieb niemand die Website technisch betreuen kann.

Ein Baukasten ist ein sinnvoller Kandidat für einen kleinen Beratungsbetrieb, ein Atelier oder ein lokales Dienstleistungsunternehmen mit wenigen Seiten und üblichen Kontaktfunktionen.

Prüfen Sie dennoch den passenden Tarif sorgfältig. Mehrsprachigkeit, Buchungen, zusätzliche Benutzerkonten oder bestimmte Schnittstellen können an höhere Abos gebunden sein. Auch der spätere Wechsel verdient Aufmerksamkeit: Je nach Anbieter lassen sich einzelne Daten exportieren, während Gestaltung und Funktionen neu aufgebaut werden müssen.

WordPress: Viel Spielraum mit klarer Betreuung

Die frei verfügbare WordPress-Software lässt sich bei unterschiedlichen Hosting-Anbietern betreiben. Gestaltungsvorlagen, sogenannte Themes, bestimmen das Erscheinungsbild. Erweiterungen, sogenannte Plugins, ergänzen beispielsweise Formulare oder Shopfunktionen.

WordPress kommt infrage, wenn Sie regelmässig Inhalte veröffentlichen, individuelle Funktionen benötigen oder den Hosting-Anbieter später wechseln können möchten. Wie einfach die tägliche Bedienung ist, hängt stark von der Einrichtung ab. Eine übersichtliche Website mit wenigen passenden Erweiterungen lässt sich leichter betreuen als eine Installation mit zahlreichen überlappenden Werkzeugen.

Zur Entscheidung gehört ein Wartungsmodell. Sie können Updates und Sicherungen selbst organisieren oder dafür einen Dienstleister beauftragen. Auch betreute WordPress-Angebote übernehmen bestimmte Aufgaben. Lassen Sie sich genau erklären, ob beispielsweise Plugin-Updates, Funktionskontrollen und Wiederherstellungen enthalten sind.

Andere CMS: Wenn bestimmte Abläufe im Vordergrund stehen

Ein anderes CMS kann besser passen, wenn besondere Anforderungen die Auswahl bestimmen. TYPO3 ist beispielsweise ein Kandidat für Websites mit mehreren Sprachen, umfangreichen Seitenstrukturen und differenzierten Bearbeitungsrechten.

Solche Eigenschaften können auch für einen kleinen Betrieb relevant sein, etwa wenn mehrere Standorte ihre Inhalte getrennt pflegen. Die Einführung und technische Betreuung benötigen jedoch passende Fachkenntnisse.

Lassen Sie sich deshalb die konkrete Lösung zeigen. Eine sorgfältig eingerichtete Bearbeitungsoberfläche kann den Alltag erheblich vereinfachen. Der Name des Systems allein sagt darüber wenig aus.

CMS-Vergleich: Fünf Kriterien für Ihre Auswahl

Die folgende Gegenüberstellung zeigt typische Unterschiede. Der tatsächliche Aufwand hängt vom Anbieter, vom Funktionsumfang und von der Umsetzung ab.

Kriterium Website-Baukasten Selbst gehostetes WordPress Anderes CMS, etwa TYPO3
Bedienbarkeit Einstieg häufig einfach; an die Oberfläche des Anbieters gebunden Gut bei übersichtlicher Einrichtung; Einarbeitung nötig Abhängig von System und eingerichteter Oberfläche
Erweiterbarkeit Innerhalb der angebotenen Funktionen und Schnittstellen Viele Erweiterungen und individuelle Anpassungen möglich Je nach System gezielt für anspruchsvolle Anforderungen geeignet
Wartungsaufwand Technische Plattform wird vom Anbieter gepflegt Zuständigkeit für System, Plugins und Sicherungen festlegen Betreuung und grössere Versionswechsel einplanen
Datenexport Umfang und Formate unterscheiden sich; vollständiger Umzug oft eingeschränkt Dateien und Datenbank grundsätzlich übertragbar; Inhalts­export allein reicht nicht Export und Umzug anhand der konkreten Umsetzung prüfen
Gesamtkosten Abo sowie mögliche Zusatzfunktionen und Dienstleistungen Einrichtung, Hosting, Erweiterungen und laufende Betreuung Einrichtung, gegebenenfalls Lizenzen und spezialisierte Betreuung

Wartung braucht eine verantwortliche Person

Bei selbst betriebenen Systemen müssen Sicherheitsupdates, Sicherungen und Funktionskontrollen organisiert sein. Das Bundesamt für Cybersicherheit empfiehlt in seinen Massnahmen zum Schutz von CMS zeitnahe Sicherheitsupdates und eine Zwei-Faktor-Authentisierung für den Administrationszugang.

Klären Sie vor dem Auftrag, wer diese Aufgaben übernimmt und wie schnell bei Problemen reagiert wird. Eine automatische Aktualisierung sollte durch geeignete Sicherungen und Kontrollen ergänzt werden. Nach Änderungen müssen beispielsweise Kontaktformular und Buchung weiterhin funktionieren.

Bei einem Baukasten übernimmt der Anbieter die technische Plattform. Ihre Inhalte, Kontozugänge und verbundenen Dienste benötigen weiterhin Betreuung. Prüfen Sie zudem, welche Wiederherstellungsmöglichkeiten das Angebot enthält.

Datenexport: Den späteren Wechsel vorab prüfen

«Die Daten gehören Ihnen» beantwortet noch nicht, wie Sie sie aus dem System herausbekommen. Ein Export von Kontakten oder Produkten als Tabelle ist etwas anderes als eine vollständig übertragbare Website.

Bitten Sie vor Vertragsabschluss um einen Beispiel-Export. Prüfen Sie dabei:

  • Lassen sich Seiten, Beiträge und Bilder in brauchbaren Formaten übernehmen?
  • Sind bei einem Shop auch Varianten, Kunden- und Bestelldaten exportierbar?
  • Können bestehende Seitenadressen übernommen oder weitergeleitet werden?
  • Welche Inhalte und Funktionen müssten beim Wechsel neu erstellt werden?

Bei WordPress enthält der eingebaute Inhalts­export keine vollständige Kopie der Website. Für eine vollständige Sicherung werden Dateien und Datenbank benötigt. Auch ein Wechsel zwischen verschiedenen CMS kann Anpassungen oder einen Neuaufbau erfordern.

Sorgen Sie ausserdem dafür, dass Ihr Betrieb über die Domainregistrierung und die nötigen Administrationszugänge verfügt. Halten Sie vertraglich fest, welche Zugänge, Dateien und Nutzungsrechte bei einer Übergabe bereitstehen.

Gesamtkosten über mehrere Jahre vergleichen

Ein kostenloses CMS verursacht trotzdem Betriebskosten. Umgekehrt kann ein Baukasten-Abo wirtschaftlich sein, wenn es interne Arbeit spart. Vergleichen Sie deshalb Angebote über denselben Zeitraum, beispielsweise drei Jahre:

Gesamtkosten = Einrichtung + laufender Betrieb + interne Arbeitszeit + geplante Weiterentwicklung

Zum laufenden Betrieb gehören je nach Lösung Hosting, Abos, Lizenzen, Wartung, Sicherungen und Support. Berücksichtigen Sie auch Schulung und Inhaltsübernahme. Bei Offerten in CHF sollten Leistungsumfang und Behandlung der Mehrwertsteuer einheitlich dargestellt sein.

Vergleichen Sie möglichst dieselbe Website: dieselben Sprachen, Formulare, Schnittstellen und Betreuungsleistungen. Ein günstiges Grundangebot hilft wenig, wenn wesentliche Funktionen erst zusätzlich beauftragt werden müssen.

Welche Lösung passt zu typischen kleinen Betrieben?

Ein lokaler Dienstleistungsbetrieb mit wenigen Seiten: Ein Baukasten ist ein guter Ausgangspunkt, wenn Kontaktmöglichkeiten und gelegentliche Inhaltsänderungen genügen. Testen Sie insbesondere die Darstellung auf dem Smartphone und die Bearbeitung durch die zuständige Person.

Ein Unternehmen mit regelmässigen Fachbeiträgen und Referenzen: WordPress gehört auf die Auswahlliste, wenn Inhalte laufend wachsen und unterschiedliche Seitentypen benötigt werden. Planen Sie die technische Betreuung von Anfang an mit ein.

Ein Betrieb mit mehreren Sprachen und Bearbeitungsrechten: Vergleichen Sie die konkreten Redaktionsabläufe. Ein CMS wie TYPO3 kann passen; auch andere Systeme kommen je nach Umsetzung infrage.

Ein Unternehmen mit Onlineshop: Vergleichen Sie zusätzlich spezialisierte Shopsysteme. Prüfen Sie Schweizer Zahlungsarten, Versandabläufe, Rechnungen, Lagerbestand und die Verbindung zur Buchhaltung anhand einer vollständigen Testbestellung.

Vor der Entscheidung selbst ausprobieren

Das passende CMS für kleine Unternehmen zeigt seine Qualität bei gewöhnlichen Aufgaben. Lassen Sie die Person, die später damit arbeitet, einen Text ändern, ein Bild ersetzen, eine Seite ergänzen und eine Änderung rückgängig machen. Bei Mehrsprachigkeit sollte auch eine Übersetzung dazugehören.

Bewerten Sie danach, wie sicher diese Aufgaben gelingen und welche Unterstützung nötig ist. Wenn die wichtigsten Abläufe funktionieren, die Betreuung geregelt ist und die Gesamtkosten ins Budget passen, haben Sie eine belastbare Grundlage für die Auswahl.