Eine Website für Ihr Kleinunternehmen planen: Checkliste für die Schweiz
Eine Kundin sucht auf dem Smartphone nach Ihrem Angebot. Erkennt sie sofort, was Sie anbieten, wo Sie tätig sind und wie sie Sie erreicht? Diese drei Fragen sind ein guter Ausgangspunkt, wenn Sie eine Website planen. Für ein Kleinunternehmen in der Schweiz gehören ausserdem Sprache, laufende Kosten und klare Zuständigkeiten früh auf den Tisch. Wer diese Entscheidungen vor dem ersten Gestaltungsentwurf trifft, schafft eine verlässliche Grundlage für die Umsetzung.
1. Zielgruppe und Website-Ziel festlegen
Beginnen Sie mit den Menschen, die Ihre Website nutzen sollen. «Alle potenziellen Kunden» ist als Beschreibung wenig hilfreich. Konkreter wäre: «Private Hauseigentümer in der Region Bern, die eine Reparatur benötigen und einen Termin vereinbaren möchten.»
Notieren Sie dazu:
- Welche Fragen haben diese Personen vor der Kontaktaufnahme?
- Welche Informationen brauchen sie für ihre Entscheidung?
- Suchen sie unterwegs am Smartphone oder während der Arbeit am Computer?
- Welche Sprache verwenden sie?
Legen Sie anschliessend ein Hauptziel fest: Offertanfragen erhalten, Termine ermöglichen, Produkte verkaufen oder wiederkehrende Fragen beantworten.
Formulieren Sie das Ziel so, dass Sie den Nutzen später beurteilen können. Beispielsweise: «Interessierte sollen eine passende Dienstleistung finden und eine vollständige Anfrage senden können.» Ob das gelingt, lässt sich anhand der eingehenden Anfragen und einfacher Nutzungstests prüfen.
2. Umfang und Seitenstruktur bestimmen
Schreiben Sie zuerst auf, welche Inhalte und Funktionen zum Start notwendig sind. Ein Buchungssystem, ein Onlineshop oder ein Kundenbereich verändert den Aufwand deutlich. Verschieben Sie Funktionen, deren Nutzen noch unklar ist, auf eine spätere Ausbaustufe.
Für einen kleinen Dienstleistungsbetrieb könnte die Seitenstruktur so aussehen:
| Seite | Zentrale Frage der Besucher |
|---|---|
| Startseite | Bin ich hier mit meinem Anliegen richtig? |
| Leistungen | Was wird angeboten und für wen? |
| Über uns | Wer steht hinter dem Unternehmen? |
| Referenzen | Welche vergleichbaren Arbeiten wurden ausgeführt? |
| Kontakt | Wie erreiche ich die richtige Person? |
Ergänzen Sie Seiten nur, wenn sie eine konkrete Aufgabe erfüllen. Mehrere unterschiedliche Leistungen können eigene Unterseiten benötigen; ein kleiner Betrieb braucht dagegen nicht automatisch einen Blog oder einen umfangreichen Newsbereich.
Auch das KMU-Portal des SECO zur Erstellung einer effektiven Website betont die Bedeutung einer klaren Informationsstruktur. Verwenden Sie deshalb verständliche Menüpunkte wie «Leistungen» und «Kontakt» und prüfen Sie die Struktur aus Kundensicht.
3. Inhalte vor der Gestaltung vorbereiten
Fehlende Texte und Bilder können den Projektabschluss verzögern. Erstellen Sie deshalb früh eine Inhaltsliste. Halten Sie für jede Seite fest, welche Unterlagen bereits vorhanden sind, was neu entstehen muss und wer dafür zuständig ist.
Eine Leistungsseite sollte beispielsweise erklären:
- Für welches Anliegen eignet sich das Angebot?
- Was umfasst die Leistung?
- Wie läuft die Zusammenarbeit ab?
- Was soll die interessierte Person als Nächstes tun?
Beschreiben Sie Ihr Angebot konkret. «Wir begleiten Ihre Digitalisierung» sagt weniger als «Wir richten Ihre digitale Terminbuchung ein und schulen Ihr Team».
Sammeln Sie ausserdem Logo, geeignete Fotos, Unternehmensangaben, Kontaktinformationen und freigegebene Referenzen. Klären Sie die Nutzungsrechte für Bilder und andere Materialien. Schreiben Sie wichtige Informationen direkt auf die Website; ein herunterladbares Dokument kann sie ergänzen.
4. Mehrsprachigkeit nach dem Markt planen
Für eine Website eines Kleinunternehmens in der Schweiz richtet sich die Sprachauswahl nach dem tatsächlichen Einzugsgebiet. Ein regionaler Betrieb hat andere Anforderungen als ein Unternehmen, das Kundschaft in mehreren Sprachregionen betreut.
Entscheiden Sie, welche Sprachen zum Start vollständig gepflegt werden können. Berücksichtigen Sie dabei auch Formulare, Fehlermeldungen, Terminbestätigungen und herunterladbare Unterlagen.
Mehrsprachigkeit erzeugt wiederkehrende Arbeit: Ändert sich eine Leistung, müssen die entsprechenden Sprachversionen ebenfalls angepasst werden. Bestimmen Sie deshalb für jede Sprache eine verantwortliche Person.
Automatische Übersetzungen können Entwürfe liefern. Lassen Sie insbesondere Fachbegriffe und zentrale Angebotsaussagen sprachlich prüfen. Für die deutsche Fassung passen Schweizer Standardsprache, Schreibweisen mit «ss» und lokal verständliche Begriffe.
5. Domain, Hosting und System auswählen
Domain: Kontrolle und Erreichbarkeit sichern
Die Domain ist Ihre Internetadresse. Wählen Sie einen Namen, der sich gut aussprechen, merken und am Telefon weitergeben lässt. Für einen Auftritt mit Schweizer Bezug ist eine .ch-Adresse eine naheliegende Wahl.
Prüfen Sie die Verfügbarkeit und mögliche Konflikte mit bestehenden Namen. Registrieren Sie die Domain auf Ihr Unternehmen beziehungsweise auf Sie als verantwortliche Person. Zugang, Rechnungsadresse und Verlängerung sollten unter Ihrer Kontrolle bleiben.
Falls bereits geschäftliche E-Mail-Adressen bestehen, muss deren Weiterbetrieb bei einem Anbieterwechsel ausdrücklich eingeplant werden.
Hosting: Betrieb und Betreuung klären
Hosting bezeichnet die technische Bereitstellung Ihrer Website. Fragen Sie bei der Auswahl nicht nur nach Speicherplatz, sondern nach dem Betrieb im Alltag:
- Wer hilft bei einer Störung und zu welchen Zeiten?
- Wie häufig werden Sicherungen erstellt und wie lange aufbewahrt?
- Wer kann eine Sicherung wiederherstellen?
- Sind E-Mail, verschlüsselte Verbindungen über HTTPS und Updates enthalten?
- Welche Kosten entstehen bei einem späteren Wechsel?
Klären Sie auch, wo Website-, Formular- und Sicherungsdaten verarbeitet werden. Der Standort des Hosting-Unternehmens allein beantwortet diese Frage nicht vollständig.
CMS oder Baukasten: Pflege und Weiterentwicklung bedenken
Ein Content-Management-System, kurz CMS, ermöglicht die Bearbeitung von Inhalten ohne direkte Arbeit am Programmcode. Ein Website-Baukasten verbindet häufig Gestaltung, Inhaltsverwaltung und Hosting in einem Angebot.
Lassen Sie sich typische Aufgaben zeigen: Öffnungszeiten ändern, ein Bild ersetzen oder eine neue Leistung ergänzen. So erkennen Sie, ob das System zu Ihrem Alltag passt.
Prüfen Sie ausserdem Mehrsprachigkeit, benötigte Schnittstellen, laufende Gebühren und Exportmöglichkeiten. Fragen Sie konkret, welche Inhalte und Funktionen bei einem Anbieterwechsel übernommen werden können.
6. Budget und Zusammenarbeit verbindlich vorbereiten
Trennen Sie einmalige Projektkosten von laufenden Ausgaben. Zur Erstellung gehören je nach Auftrag Konzeption, Gestaltung, technische Umsetzung, Texte, Fotos, Übersetzungen und Schulung. Wiederkehrend können Domain, Hosting, Lizenzen, Wartung und Betreuung anfallen.
Vergleichen Sie Offerten anhand desselben Leistungsumfangs. Lassen Sie ausweisen, ob beispielsweise die Erfassung von Inhalten, mobile Ansichten, Korrekturrunden und Mehrwertsteuer enthalten sind.
Ein brauchbares Briefing für externe Dienstleister enthält:
- Zielgruppe, Hauptziel und geplante Sprachen;
- Seitenliste und benötigte Funktionen;
- vorhandene Inhalte und noch offene Arbeiten;
- Budgetrahmen und gewünschte Termine;
- Zuständigkeiten für Entscheidungen und Freigaben;
- Anforderungen an Übergabe, Betreuung und Zugänge.
Vereinbaren Sie überprüfbare Zwischenergebnisse: zuerst die Seitenstruktur, danach Gestaltung und Umsetzung, anschliessend Inhalte und Abnahme. Bestimmen Sie intern eine Person, die Rückmeldungen bündelt.
Halten Sie schriftlich fest, welche Nutzungsrechte, Dateien, Konten und Dokumentationen Sie erhalten und wie zusätzliche Arbeiten verrechnet werden.
7. Veröffentlichung und laufende Pflege einplanen
Planen Sie vor der Veröffentlichung eine gemeinsame Abnahme. Lassen Sie eine unbeteiligte Person eine typische Aufgabe erledigen, etwa eine Leistung finden und eine Anfrage senden. Beobachten Sie, wo Fragen entstehen.
Prüfen Sie dabei auch die vollständigen Abläufe: Kommt eine Formularnachricht an? Erhält die zuständige Person die Buchung? Funktioniert die Bestätigung in der gewählten Sprache?
Erfassen Sie früh, welche Personendaten Formulare und eingebundene Dienste verarbeiten. Planen Sie die Prüfung der Datenschutzerklärung, Unternehmensangaben und weiterer für Ihren Auftritt relevanter Anforderungen ein.
Nach dem Start braucht die Website feste Zuständigkeiten für Inhalte, technische Aktualisierungen, Sicherungen und eingehende Nachrichten. Vereinbaren Sie auch eine Stellvertretung.
Website-Checkliste für Ihr Kleinunternehmen
Nutzen Sie diese Website-Checkliste als Grundlage für die interne Planung oder das erste Gespräch mit einer Agentur:
- Zielgruppe, Einzugsgebiet und Hauptziel sind beschrieben.
- Notwendige Funktionen und spätere Erweiterungen sind getrennt.
- Seitenstruktur und nächste Handlung pro Seite stehen fest.
- Texte, Bilder und Freigaben haben Verantwortliche und Termine.
- Sprachen und Zuständigkeiten für Übersetzungen sind geklärt.
- Domaininhaberschaft, Zugänge und E-Mail-Betrieb sind gesichert.
- Hosting, Sicherungen und Unterstützung sind beschrieben.
- Das gewählte System wurde anhand eigener Aufgaben geprüft.
- Einmalige und laufende Kosten sind nachvollziehbar.
- Leistungen, Nutzungsrechte und Übergabe sind vereinbart.
- Datenschutz und weitere relevante Anforderungen sind zur Prüfung eingeplant.
- Mobile Darstellung, Tastaturbedienung, Lesbarkeit und Formulare werden getestet.
- Abnahme, Veröffentlichung und anschliessende Pflege haben klare Zuständigkeiten.
Ergänzen Sie bei jedem offenen Punkt eine verantwortliche Person und einen Termin. Damit wird aus der Checkliste ein Arbeitsplan, den Ihr Unternehmen und externe Dienstleister gemeinsam umsetzen können.