Produktseiten gestalten: Welche Informationen Kundinnen und Kunden brauchen
Ein Rucksack gefällt, doch die Innenmasse des Laptopfachs fehlen. Die passende Farbe ist auswählbar, aber ihre Lieferzeit bleibt unklar. Solche Lücken lassen sich mit einem schönen Seitenlayout allein kaum ausgleichen. Wer Produktseiten gestalten möchte, sollte deshalb von den Fragen ausgehen, die vor dem Kauf entstehen: Passt das Produkt zu meinem Bedarf? Was bekomme ich genau? Was kostet die Bestellung, und wann kommt sie an?
Die wichtigsten Informationen gehören zusammen
Im oberen Bereich der Produktseite sollten Kundinnen und Kunden das Angebot schnell einordnen können. Dazu gehören ein eindeutiger Produktname, aussagekräftige Bilder, der Preis, die verfügbaren Varianten und die Schaltfläche «In den Warenkorb». Auch Verfügbarkeit und Lieferinformationen brauchen einen gut sichtbaren Platz.
Ein Name wie «Tagesrucksack 16 Liter mit Laptopfach» vermittelt bereits wesentliche Eigenschaften. Eine interne Bezeichnung wie «Modell TR-160» kann ergänzend erscheinen.
Ordnen Sie die Informationen nach ihrer Bedeutung für die Kaufentscheidung. Bei einem Ersatzteil steht die Kompatibilität weit oben, bei einem Kleidungsstück die Grösse, bei einem Möbelstück die Abmessung. Ausführliche Pflegehinweise dürfen weiter unten folgen.
Produktbilder sollen konkrete Fragen beantworten
Ein gutes Hauptbild zeigt deutlich, welches Produkt angeboten wird. Weitere Aufnahmen ergänzen Informationen, die darauf fehlen: Rückseite, Verschlüsse, Anschlüsse, Oberflächen oder Innenaufteilung.
Für einen Rucksack wären beispielsweise diese Ansichten hilfreich:
- Eine Gesamtansicht zeigt Form, Farbe und Tragesystem.
- Eine Aufnahme des geöffneten Hauptfachs erklärt die Aufteilung.
- Ein Bild am Rücken einer Person erleichtert die Einschätzung der Grösse.
- Eine Detailaufnahme macht Reissverschlüsse und Materialstruktur erkennbar.
Achten Sie darauf, dass Zubehör und Dekoration keine falschen Erwartungen wecken. Ist ein abgebildeter Laptop nicht enthalten, sollte das beim Bild oder beim Lieferumfang stehen.
Die Bildauswahl muss auch auf dem Smartphone funktionieren. Prüfen Sie, ob sich Details vergrössern lassen und ob Hochformatbilder wichtige Produktteile abschneiden. Verkleinern Sie unnötig grosse Bilddateien, ohne relevante Details unkenntlich zu machen.
Eine Produktbeschreibung schreiben, die bei der Auswahl hilft
Eine hilfreiche Beschreibung verbindet Eigenschaften mit einer konkreten Nutzung. «Hochwertig und vielseitig» sagt wenig darüber aus, ob ein Produkt zur Kundschaft passt.
Erst den Einsatz erklären, dann die Details
Bei einem fiktiven Tagesrucksack könnte der Einstieg so lauten:
Der Tagesrucksack mit 16 Litern Volumen bietet Platz für Unterlagen, eine Trinkflasche und kleinere Alltagsgegenstände. Das separate, gepolsterte Laptopfach hat Innenmasse von 34 × 24 × 2 cm. Vergleichen Sie diese Masse vor dem Kauf mit Ihrem Gerät.
Der Text erklärt den Einsatz und liefert eine überprüfbare Angabe. Eine pauschale Aussage wie «für alle gängigen Laptops geeignet» wäre weniger hilfreich.
Darunter können die technischen Daten übersichtlich folgen: Aussenmasse, Gewicht, Material, Fachaufteilung, Pflege und Lieferumfang. Verwenden Sie bei ähnlichen Produkten dieselben Bezeichnungen und Einheiten. Das erleichtert den Vergleich.
Auch Grenzen gehören in die Beschreibung
Wenn ein Stoff nur wasserabweisend ist, sollte daraus kein Versprechen für dauerhaften Regenschutz werden. Wenn ein Gerät einen zusätzlichen Adapter benötigt, gehört diese Information zur Kompatibilität.
Beschreiben Sie solche Einschränkungen dort, wo die jeweilige Eigenschaft erklärt wird. So können Interessierte selbst beurteilen, ob das Angebot zu ihrem Alltag passt.
Varianten eindeutig auswählbar machen
Farben, Grössen und Ausführungen sollten verständlich beschriftet sein. Ergänzen Sie Farbfelder durch Namen wie «Dunkelblau» oder «Schwarz». Ein Farbfeld allein ist bei ähnlichen Tönen schwer zu unterscheiden.
Nach einer Auswahl sollten alle betroffenen Angaben zusammenpassen:
- Das Bild zeigt die gewählte Ausführung.
- Der Preis berücksichtigt einen allfälligen Aufpreis.
- Verfügbarkeit und Lieferzeit beziehen sich auf diese Variante.
- Im Warenkorb erscheint die genaue Auswahl.
Ist eine Variante ausverkauft, kennzeichnen Sie sie entsprechend. Eine Grössentabelle oder eine Erklärung der Ausführungen gehört direkt zur Auswahl. Kundinnen und Kunden sollten ihre Entscheidung treffen können, bevor sie das Produkt in den Warenkorb legen.
Preis, Lieferung und Kaufbedingungen verständlich erklären
Für Warenangebote an Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz ist der tatsächlich zu bezahlende Preis in Schweizer Franken anzugeben, einschliesslich überwälzter öffentlicher Abgaben und weiterer obligatorischer Zuschläge. Versandkosten dürfen separat ausgewiesen werden, müssen aber gut sichtbar und lesbar sein. Die Antworten des SECO zur Preisbekanntgabe erläutern diese Anforderungen.
Platzieren Sie die Versandinformation deshalb beim Preis. Bei festen Versandkosten nennen Sie den Betrag direkt. Hängen sie vom Lieferort oder der Bestellmenge ab, erklären Sie die Berechnung und machen Sie die genauen Kosten vor der verbindlichen Bestellung ersichtlich.
Lieferzeit ist mehr als «sofort verfügbar»
«An Lager» beantwortet noch nicht, wann die Ware ankommt. Unterscheiden Sie zwischen Versand und Zustellung.
Eine mögliche Formulierung wäre: «Voraussichtliche Lieferung innerhalb von zwei bis vier Arbeitstagen nach Zahlungseingang.» Verwenden Sie solche Angaben nur, wenn Ihr tatsächlicher Ablauf sie trägt. Für personalisierte Produkte oder einzelne Varianten können andere Fristen gelten.
Rückgabe und Hilfe müssen auffindbar sein
Beschreiben Sie verständlich, ob und unter welchen Bedingungen Sie eine Rückgabe anbieten: Welche Frist gilt? In welchem Zustand muss die Ware sein? Wer trägt die Rücksendekosten? Gibt es Ausnahmen?
Eine kurze Zusammenfassung auf der Produktseite hilft bei der Entscheidung. Die vollständigen Bedingungen müssen im Shop leicht erreichbar sein. Ergänzen Sie einen klaren Kontaktweg für Fragen sowie Hinweise zum Vorgehen bei beschädigter oder falsch gelieferter Ware.
Häufige Fragen dort beantworten, wo sie entstehen
Nutzen Sie echte Rückfragen aus Beratung, E-Mails oder Retouren, um fehlende Informationen zu erkennen.
Beim Rucksack könnte die Frage «Passt mein Laptop hinein?» direkt neben den Innenmassen beantwortet werden. «Wie reinige ich den Rucksack?» passt zu den Pflegehinweisen. Werden bestimmte Fragen regelmässig gestellt, lohnt sich zusätzlich ein kurzer Bereich mit häufigen Fragen.
Vermeiden Sie pauschale Antworten. «Welche Grösse soll ich wählen?» braucht konkrete Masse oder eine nachvollziehbare Messanleitung. «Ist Zubehör enthalten?» braucht eine eindeutige Aufzählung des Lieferumfangs.
Wesentliche Angaben wie Preis, Kompatibilität oder Lieferzeit sollten auch ausserhalb eines aufklappbaren Fragebereichs sichtbar bleiben.
Die Benutzerfreundlichkeit im Onlineshop am Smartphone prüfen
Auf einem kleinen Bildschirm zeigt sich schnell, ob eine Produktseite übersichtlich aufgebaut ist. Lange Textblöcke, winzige Auswahlfelder und eingeblendete Fenster können die Bedienung erschweren.
Öffnen Sie eine Produktseite auf einem echten Smartphone. Wählen Sie eine Variante, vergrössern Sie ein Bild und legen Sie den Artikel in den Warenkorb. Prüfen Sie dabei, ob Preis und Auswahl jederzeit verständlich bleiben.
Auch eine dauerhaft eingeblendete Schaltfläche «In den Warenkorb» braucht einen Praxistest: Sie darf weder Versandinformationen noch andere Bedienelemente verdecken. Auswahlfelder sollten zudem mit der Tastatur erreichbar und verständlich beschriftet sein.
Grundlegende Suchmaschinenoptimierung mitdenken
Geben Sie jeder Produktseite einen klaren Seitentitel und eine eindeutige Hauptüberschrift. Produktart, Modell und ein wesentliches Merkmal sind hilfreicher als eine reine Artikelnummer.
Schreiben Sie eigene Beschreibungen und stellen Sie wichtige Eigenschaften als lesbaren Text bereit. Eine Grössentabelle, die ausschliesslich als Bild vorliegt, ist für viele Menschen umständlich zu nutzen.
Ergänzen Sie aussagekräftige Alternativtexte für informative Produktbilder. Diese beschreiben das Bildmotiv für Menschen, die das Bild nicht sehen können. Eine kurze Meta-Beschreibung fasst das Angebot zusammen. Über passende Kategorien sollte das Produkt innerhalb des Shops erreichbar sein.
Prüfliste vor der Veröffentlichung
- Produkt klar: Erklären Name und Einstieg, was angeboten wird und wofür es geeignet ist?
- Bilder hilfreich: Sind Details, Grössenverhältnisse und Lieferumfang nachvollziehbar?
- Beschreibung vollständig: Sind Masse, Material, Kompatibilität, Pflege und wichtige Grenzen angegeben?
- Varianten stimmig: Passen Bild, Preis, Verfügbarkeit und Warenkorb zur Auswahl?
- Kosten verständlich: Sind Preis, Versandkosten und allfällige Zusatzkosten klar?
- Lieferung konkret: Sind Liefergebiet, Frist und deren Ausgangspunkt erkennbar?
- Bedingungen auffindbar: Sind Rückgabe, Kontakt und Hilfe verständlich beschrieben?
- Mobil bedienbar: Funktionieren Bilder, Auswahlfelder und Warenkorb auf dem Smartphone?
- Suchgrundlagen gepflegt: Sind Seitentitel, Überschrift, Beschreibung und Alternativtexte sinnvoll ausgefüllt?
Lassen Sie anschliessend eine Person, die das Produkt noch nicht kennt, eine passende Ausführung auswählen. Wo sie nachfragen muss oder ins Stocken gerät, haben Sie einen konkreten Ansatzpunkt für die nächste Verbesserung.