Was kostet eine Firmenwebsite? Einmalige und laufende Ausgaben planen
Eine Firmenwebsite kostet mehr als ihre Erstellung. Nach der Veröffentlichung fallen weiterhin Ausgaben für den Betrieb, die technische Pflege und aktuelle Inhalte an. Dazu kommt Ihre eigene Arbeitszeit: für Texte, Bildauswahl, Rückmeldungen und spätere Änderungen. Ein brauchbares Website-Budget für die Schweiz berücksichtigt deshalb die Einführung und mehrere Betriebsjahre.
Die wichtigste Grundlage ist ein klarer Leistungsumfang. Erst wenn feststeht, was Ihre Website leisten soll und wer welche Arbeiten übernimmt, lassen sich Angebote sinnvoll vergleichen.
Firmenwebsite: Kosten beginnen beim Leistungsumfang
Ein kleiner Betrieb, der seine Leistungen vorstellt und Kontaktanfragen erhalten möchte, braucht einen anderen Internetauftritt als ein Unternehmen mit Terminbuchung, Kundenbereich oder Onlineshop. Auch die Anzahl Sprachen und die Aufbereitung bestehender Inhalte beeinflussen den Aufwand.
Halten Sie vor der Offertanfrage auf einer Seite fest:
- Ziel: Sollen Besucher anrufen, eine Anfrage senden oder direkt etwas buchen?
- Inhalte: Welche Seiten, Texte, Fotos und Dokumente werden benötigt?
- Funktionen: Genügt ein Kontaktformular, oder braucht es weitere Abläufe?
- Sprachen: Welche Sprachversionen sollen zum Start verfügbar sein?
- Zuständigkeiten: Was liefern Sie selbst, was übernimmt der Dienstleister?
Eine klare Struktur und die Nutzung auf Mobilgeräten gehören bereits in diese Planung. Auch die Hinweise des KMU-Portals des SECO zur Erstellung einer effektiven Website betonen diese Grundlagen.
Die Seitenzahl allein ist als Preisvergleich wenig aussagekräftig. Fünf Seiten mit fertigen Texten und einem vorhandenen Gestaltungskonzept verursachen einen anderen Aufwand als fünf Seiten, deren Inhalte und Aufbau erst entwickelt werden müssen.
Welche einmaligen Ausgaben entstehen?
Planung und Gestaltung
Zur Planung gehören die Seitenstruktur, die Benutzerführung und die Entscheidung, welche Inhalte an welcher Stelle erscheinen. Die Gestaltung legt unter anderem Farben, Schriften und Seitenvorlagen fest.
Eine vorhandene Designvorlage kann den Aufwand reduzieren. Eine individuelle Gestaltung benötigt zusätzliche Abstimmung und Umsetzung. Prüfen Sie deshalb, wie viele Entwürfe und Korrekturrunden eine Offerte enthält. Ein Festpreis braucht klare Grenzen, damit beide Seiten wissen, wann Zusatzaufwand entsteht.
Texte, Bilder und Übersetzungen
Inhalte sind ein eigener Budgetposten. Selbst wenn Sie vorhandene Broschürentexte übernehmen möchten, müssen diese häufig gekürzt, neu gegliedert und für die Website überarbeitet werden.
Klären Sie insbesondere:
- Wer schreibt und prüft die Texte?
- Wer organisiert Fotos und klärt die Nutzungsrechte?
- Wer übersetzt weitere Sprachversionen?
- Wer trägt die fertigen Inhalte ins System ein?
Selbst gelieferte Inhalte können externe Ausgaben senken. Dafür müssen Sie intern genügend Zeit und eine verantwortliche Person einplanen.
Technische Umsetzung und Übergabe
Ein Inhaltsverwaltungssystem, kurz CMS, ermöglicht Ihnen, Texte und Bilder selbst zu bearbeiten. Ein Website-Baukasten bündelt verschiedene Funktionen in einem Abonnement. Bei einem separat betriebenen CMS werden Hosting, Erweiterungen und Betreuung häufig einzeln organisiert.
Zum technischen Angebot können Einrichtung, Seitenaufbau, Formulare und die Darstellung auf unterschiedlichen Bildschirmgrössen gehören. Zusätzlich sollten Funktionstests, Veröffentlichung und eine verständliche Einführung berücksichtigt werden.
Bei einer bestehenden Website kommen möglicherweise Inhaltsübernahme und Weiterleitungen hinzu. Solche Weiterleitungen führen alte Seitenadressen zu den passenden neuen Seiten. Auch die Einrichtung benötigter Datenschutzfunktionen und eine allfällige fachliche Prüfung der Rechtstexte sollten als Aufgaben zugeordnet sein.
Laufende Website-Kosten richtig aufteilen
Die monatliche Hostingrechnung zeigt nur einen Teil der Betriebskosten. Für Ihre Planung sind folgende Positionen relevant:
Domain: Die Internetadresse wird regelmässig verlängert. Prüfen Sie den Verlängerungspreis und wer als Inhaber eingetragen ist.
Hosting oder Plattformabonnement: Hosting stellt die technische Umgebung für Ihre Website bereit. Bei einem Baukasten ist dieser Betrieb meist Teil des Abonnements. Vergleichen Sie enthaltene Leistungen wie Speicher, Unterstützung und Datensicherungen.
Lizenzen: Kostenpflichtige Vorlagen und Erweiterungen können wiederkehrende Gebühren verursachen, beispielsweise für Formulare, Mehrsprachigkeit oder Buchungsfunktionen.
Technische Wartung: Dazu können Aktualisierungen, Kontrollen nach Updates und die Behebung technischer Probleme gehören. Klären Sie, welche Arbeiten eine Pauschale abdeckt und welche zusätzlich verrechnet werden.
Inhaltliche Pflege: Neue Mitarbeitende, geänderte Leistungen oder aktuelle Referenzen müssen eingepflegt werden. Dafür braucht es entweder ein externes Budget oder interne Arbeitszeit.
Hosting und Wartung sollten Sie getrennt prüfen. Ein Paket mit Serverbetrieb deckt nicht automatisch die Aktualisierung des CMS und seiner Erweiterungen ab. Bei Datensicherungen ist zudem entscheidend, wer im Ernstfall die Wiederherstellung übernimmt und was diese kostet.
Budgetvorlage mit einem Rechenbeispiel
Die folgende Tabelle verwendet fiktive Planungsannahmen für eine einsprachige Firmenwebsite mit fünf Inhaltsseiten und Kontaktformular. Sie können die Struktur in eine Tabellenkalkulation übernehmen und die Beträge durch konkrete Offerten ersetzen. Alle Werte sind in CHF, vor allfälliger MWST.
| Budgetposition | Einmalig | Pro Jahr |
|---|---|---|
| Planung und Seitenstruktur | 600 | – |
| Gestaltung und Seitenvorlagen | 1’400 | – |
| Texte und Bildaufbereitung | 1’000 | – |
| Technische Umsetzung und Inhaltseinpflege | 2’200 | – |
| Tests, Veröffentlichung und Einführung | 500 | – |
| Domain | – | 25 |
| Hosting | – | 240 |
| Kostenpflichtige Erweiterungen | – | 180 |
| Technische Wartung | – | 960 |
| Externe Inhaltspflege | – | 600 |
| Total externe Ausgaben | 5’700 | 2’005 |
Mit diesen Annahmen ergeben sich im ersten Jahr externe Ausgaben von CHF 7’705. Über drei volle Betriebsjahre lautet die Rechnung:
CHF 5’700 + 3 × CHF 2’005 = CHF 11’715
Ergänzen Sie in Ihrer eigenen Tabelle die Zuständigkeit und den Leistungsumfang jeder Position. Ist eine Lizenz bereits im Abonnement enthalten, wird sie nicht nochmals separat eingerechnet. Erfassen Sie auch spätere Verlängerungspreise, damit Einführungsrabatte das Budget nicht verzerren.
Für noch offene Anforderungen empfiehlt sich eine separate Reserve. Geplante Werbung, zusätzliche Sprachversionen oder ein späterer Onlineshop erhalten eigene Budgetzeilen.
Die eigene Arbeitszeit einrechnen
Angenommen, Sie benötigen zum Start 28 interne Stunden. Bei einem selbst gewählten kalkulatorischen Ansatz von CHF 90 pro Stunde entspricht das CHF 2’520. Weitere zwölf Stunden jährlich ergeben CHF 1’080 pro Jahr.
Über drei Jahre kommen damit rechnerisch CHF 5’760 interne Arbeitskosten hinzu. Zusammen mit den externen Ausgaben beträgt der kalkulatorische Gesamtaufwand im Beispiel CHF 17’475.
Diese interne Zeit führt nicht zwingend zu einer zusätzlichen Zahlung. Sie bindet aber Kapazität, die für Kundenaufträge oder andere Aufgaben fehlt. Gerade beim Selbermachen ist das für den Vergleich entscheidend.
Offerten anhand gleicher Leistungen vergleichen
Lassen Sie alle Anbieter denselben Umfang offerieren. Die Formulierung «Website mit fünf Seiten» reicht dafür nicht aus. Entscheidend ist, welche Arbeiten bis zur Veröffentlichung und danach enthalten sind.
Prüfen Sie insbesondere diese Punkte:
- Lieferumfang: Sind Texte, Bilder, mobile Darstellung und Inhaltseinpflege enthalten?
- Änderungen: Wie viele Korrekturrunden sind vorgesehen, und wie werden Zusatzwünsche verrechnet?
- Betreuung: Welche Wartungsarbeiten und Reaktionszeiten sind vereinbart?
- Vertragsdauer: Welche Mindestlaufzeiten, Kündigungsfristen und Verlängerungspreise gelten?
- Zugänge und Wechsel: Erhalten Sie die benötigten Administrationszugänge, und wie lassen sich Inhalte bei einem Anbieterwechsel übernehmen?
Vergleichen Sie Einmalzahlung und Abonnement über denselben Zeitraum, beispielsweise drei Jahre. Berücksichtigen Sie dabei auch Einrichtungskosten und einen möglichen Ausstieg.
Das Budget am tatsächlichen Bedarf ausrichten
Sparen lässt sich vor allem durch einen überschaubaren Startumfang, vorbereitete Inhalte und zügige Entscheidungen. Eine zusätzliche Funktion lohnt sich, wenn sie Ihren Kundinnen und Kunden oder Ihrem Betrieb konkret Arbeit abnimmt.
Legen Sie vor der Beauftragung drei Beträge fest: das Budget bis zur Veröffentlichung, die jährlichen Betriebsausgaben und die verfügbare interne Arbeitszeit. Damit können Sie beurteilen, ob eine Offerte zu Ihrem Betrieb passt und ob Sie die Website auch langfristig zuverlässig pflegen können.